Grafische Darstellung einer Schlussbilanz mit Aktiva und Passiva für 2025
Was ist eine Schlussbilanz und warum ist sie wichtig?
Die Schlussbilanz stellt das Herzstück der Unternehmensbuchhaltung dar und bildet den Abschluss eines Geschäftsjahres. Dabei handelt es sich um eine systematische Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) zum Bilanzstichtag. Für Unternehmer, Steuerberater sowie Finanzverantwortliche ist das umfassende Verständnis dieser Bilanzform essenziell, um sowohl die wirtschaftliche Lage korrekt einzuschätzen als auch den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen.
Eine ordnungsgemäß erstellte Schlussbilanz bietet nicht nur Transparenz über die finanzielle Situation, sondern dient gleichzeitig als Grundlage für wichtige Unternehmensentscheidungen. Darüber hinaus erfüllt sie zentrale rechtliche Anforderungen und bildet die Basis für steuerliche Berechnungen. Im Jahr 2025 gewinnen digitale Lösungen zur Bilanzerstellung zunehmend an Bedeutung, weshalb moderne Software-Tools und automatisierte Prozesse die traditionelle Buchführung ergänzen, insbesondere mit der Einführung der E-Rechnungspflicht.
Grundlagen der Schlussbilanz: Definition und Abgrenzung
Die Schlussbilanz unterscheidet sich wesentlich von anderen Bilanzarten durch ihren spezifischen Zweck und Zeitpunkt. Während die Eröffnungsbilanz das neue Geschäftsjahr startet, markiert die Schlussbilanz dessen Ende und dokumentiert alle Geschäftsvorfälle des abgelaufenen Zeitraums.
Zentrale Unterscheidungsmerkmale verschiedener Bilanzarten
| Bilanzart | Zeitpunkt | Zweck | Rechtliche Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Eröffnungsbilanz | Geschäftsjahresbeginn | Übernahme Vorjahreswerte | Buchführungsgrundlage |
| Schlussbilanz | Geschäftsjahresende | Vermögensdarstellung | Jahresabschlussbestandteil |
| Zwischenbilanz | Unterjährig | Zwischenauswertung | Freiwillig/bei Bedarf |
| Liquidationsbilanz | Betriebsaufgabe | Vermögensauflösung | Gesetzlich vorgeschrieben |
Die Schlussbilanz erfüllt mehrere wichtige Funktionen gleichzeitig: Sie dokumentiert die Vermögenslage, ermöglicht die Gewinnermittlung und schafft Transparenz für Stakeholder. Außerdem bildet sie die Grundlage für die Steuerbilanz und damit für die steuerliche Gewinnermittlung.
Struktureller Aufbau und Bestandteile der Schlussbilanz
Der systematische Aufbau einer Schlussbilanz folgt klaren Gliederungsprinzipien, die sowohl handelsrechtliche als auch steuerrechtliche Anforderungen berücksichtigen. Die Bilanzstruktur teilt sich grundsätzlich in zwei Hauptbereiche auf, die stets im Gleichgewicht stehen müssen.

Detaillierte Gliederung der Aktivseite
Die Aktivseite zeigt die Verwendung des Kapitals und gliedert sich nach der Fristigkeit der Vermögenswerte:
- Anlagevermögen: Langfristig im Unternehmen gebundene Wirtschaftsgüter
- Immaterielle Vermögensgegenstände: Patente, Lizenzen, Software
- Sachanlagen: Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
- Finanzanlagen: Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens
- Umlaufvermögen: Kurzfristig verfügbare oder veräußerbare Vermögenswerte
- Vorräte: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse
- Forderungen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögensgegenstände
- Kassenbestand und Bankguthaben: Liquide Mittel
Aufbau der Passivseite
Die Passivseite dokumentiert die Herkunft des Kapitals und unterteilt sich in Eigenkapital sowie Fremdkapital:
| Kapitalart | Bestandteile | Charakteristika |
|---|---|---|
| Eigenkapital | Stammkapital, Gewinnrücklagen, Jahresüberschuss | Unbefristet, Haftungsfunktion |
| Rückstellungen | Pensionsrückstellungen, Steuerrückstellungen | Ungewisse Verbindlichkeiten |
| Verbindlichkeiten | Bankdarlehen, Lieferantenverbindlichkeiten | Sichere Verpflichtungen |
| Rechnungsabgrenzungsposten | Passive Rechnungsabgrenzung | Periodenabgrenzung |
Rechtliche Vorgaben und gesetzliche Rahmenbedingungen 2025
Die Erstellung einer Schlussbilanz unterliegt in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben, die sich aus verschiedenen Gesetzen und Standards ableiten. Diese Regelungen gewährleisten einheitliche Standards und Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen. Für 2025 gelten aktualisierte Schwellenwerte und Offenlegungspflichten, einschließlich einer vorübergehend sanktionsfreien Frist für verspätete Offenlegungen bis zum 1. April 2025 für das Geschäftsjahr 2023.
Maßgebliche Rechtsgrundlagen
Das Handelsgesetzbuch (HGB) bildet die zentrale Grundlage für die handelsrechtliche Bilanzierung. Ergänzend kommen die International Financial Reporting Standards (IFRS) für kapitalmarktorientierte Unternehmen zur Anwendung. Darüber hinaus beeinflussen steuerrechtliche Vorschriften die Bewertung und Darstellung von Bilanzpositionen.
Bilanzierungspflicht und Schwellenwerte
Die Bilanzierungspflicht richtet sich nach der Rechtsform und Größe des Unternehmens. Einzelkaufleute müssen eine Schlussbilanz erstellen, wenn sie an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen bestimmte Schwellenwerte überschreiten:
- Umsatzerlöse von mehr als 600.000 Euro
- Jahresüberschuss von mehr als 60.000 Euro
Kapitalgesellschaften sind grundsätzlich zur Bilanzierung verpflichtet, unabhängig von ihrer Größe. Personengesellschaften unterliegen der Bilanzierungspflicht, wenn sie die Schwellenwerte überschreiten. Für 2025 wurden Schwellenwerte für Unternehmensgrößenklassen angehoben, um Erleichterungen zu schaffen.
Fristen und Offenlegungspflichten
Die Schlussbilanz muss zeitnah nach dem Bilanzstichtag erstellt werden. Kleine Kapitalgesellschaften haben sechs Monate Zeit, mittelgroße und große Unternehmen müssen die Bilanz innerhalb von drei Monaten aufstellen. Die Offenlegung im Bundesanzeiger ist innerhalb von 12 Monaten nach dem Abschlussstichtag erforderlich, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Schlussbilanz erstellen
Die systematische Erstellung einer Schlussbilanz erfordert eine strukturierte Vorgehensweise und sorgfältige Vorbereitung. Dabei müssen verschiedene Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge abgearbeitet werden, um ein korrektes Ergebnis zu erzielen.
Vorbereitende Maßnahmen
Zunächst sollten alle Geschäftsvorfälle des abgelaufenen Geschäftsjahres vollständig erfasst und gebucht sein. Anschließend erfolgt die Abstimmung aller Konten mit den entsprechenden Belegen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen dabei Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Bestände.
Durchführung der Inventur
Die körperliche Bestandsaufnahme bildet die Grundlage für die Bewertung des Vermögens. Dabei werden alle Vermögensgegenstände und Schulden zum Bilanzstichtag erfasst und bewertet. Die Inventur kann als Stichtagsinventur, verlegte Inventur oder permanente Inventur durchgeführt werden.
Bewertung der Bilanzpositionen
Die Bewertung erfolgt nach den handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Dabei kommen verschiedene Bewertungsprinzipien zur Anwendung:
- Anschaffungskosten- oder Herstellungskostenprinzip: Vermögensgegenstände werden höchstens mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt
- Niederstwertprinzip: Bei Wertminderungen muss abgeschrieben werden
- Höchstwertprinzip: Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt
- Imparitätsprinzip: Verluste werden sofort erfasst, Gewinne erst bei Realisierung
Abschlussbuchungen und Korrekturen
Vor der endgültigen Bilanzerstellung sind verschiedene Abschlussbuchungen erforderlich. Dazu gehören Abschreibungen, Rückstellungsbildungen, Rechnungsabgrenzungen sowie Korrekturbuchungen. Diese Buchungen sorgen für eine periodengerechte Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen.
Schlussbilanz Vorlage und praktische Muster
Praxisnahe Vorlagen und Muster erleichtern die Erstellung einer Schlussbilanz erheblich und helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden. Verschiedene Unternehmensformen erfordern unterschiedliche Bilanzstrukturen und Gliederungstiefe.
Standardvorlage für kleine Unternehmen
| AKTIVA | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | 15.000 | 20.000 |
| II. Sachanlagen | 180.000 | 200.000 |
| III. Finanzanlagen | 25.000 | 25.000 |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | 45.000 | 40.000 |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 65.000 | 55.000 |
| III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten | 35.000 | 30.000 |
| BILANZSUMME | 365.000 | 370.000 |
| PASSIVA | 31.12.2025 | 31.12.2024 |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 100.000 | 100.000 |
| II. Gewinnrücklagen | 120.000 | 100.000 |
| III. Jahresüberschuss | 25.000 | 30.000 |
| B. Rückstellungen | 35.000 | 40.000 |
| C. Verbindlichkeiten | 85.000 | 100.000 |
| BILANZSUMME | 365.000 | 370.000 |
Besonderheiten bei verschiedenen Rechtsformen
Einzelunternehmen und Personengesellschaften weisen Besonderheiten bei der Eigenkapitaldarstellung auf. Während Kapitalgesellschaften ein gezeichnetes Kapital ausweisen, zeigen Einzelunternehmen das Eigenkapital als eine Position. Bei Personengesellschaften werden die Kapitalanteile der Gesellschafter getrennt dargestellt.
Schlussbilanz für Kleinunternehmer und besondere Situationen
Kleinunternehmer stehen oft vor der Herausforderung, eine Schlussbilanz mit begrenzten Ressourcen zu erstellen. Dabei können vereinfachte Verfahren und spezielle Regelungen genutzt werden, um den Aufwand zu reduzieren.
Vereinfachungen für Kleinunternehmen
Kleine Kapitalgesellschaften können von Erleichterungen bei der Gliederung und Bewertung profitieren. So ist beispielsweise eine verkürzte Bilanzgliederung zulässig, bei der bestimmte Posten zusammengefasst werden können. Außerdem entfallen bestimmte Angabepflichten im Anhang.
Schlussbilanz bei Betriebsaufgabe
Bei einer Betriebsaufgabe muss eine besondere Form der Schlussbilanz erstellt werden. Diese Abschlussbilanz berücksichtigt die veränderten Bewertungsmaßstäbe, da die Fortführung des Unternehmens nicht mehr gegeben ist. Vermögensgegenstände werden zu Liquidationswerten angesetzt, was häufig zu außerordentlichen Abschreibungen führt.
Steuerliche Besonderheiten
Die steuerliche Behandlung der Schlussbilanz kann von der handelsrechtlichen Darstellung abweichen. Unterschiede entstehen beispielsweise bei Abschreibungsmethoden, Rückstellungsbewertungen oder der Behandlung von Wirtschaftsgütern. Diese Differenzen müssen in der Steuerbilanz entsprechend angepasst werden.
Digitale Schlussbilanz Software und moderne Tools
Die Digitalisierung hat die Erstellung von Schlussbilanzen revolutioniert und bietet heute vielfältige Möglichkeiten zur Automatisierung und Effizienzsteigerung. Moderne Softwarelösungen unterstützen den gesamten Prozess von der Datenerfassung bis zur fertigen Bilanz, insbesondere im Kontext der E-Rechnungspflicht ab 2025.

Vergleich führender Softwarelösungen
| Software | Zielgruppe | Funktionsumfang | Kosten pro Monat | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| DATEV | Steuerberater, größere Unternehmen | Vollumfänglich | ab 50 Euro | Branchenstandard |
| Lexware | KMU, Selbstständige | Mittel bis umfangreich | ab 25 Euro | Benutzerfreundlich |
| sevDesk | Kleinunternehmer | Grundfunktionen | ab 15 Euro | Cloud-basiert |
| Sage | Mittelstand | Umfangreich | ab 40 Euro | Skalierbar |
| Excel-Vorlagen | Alle Größen | Grundlegend | Einmalig 20-50 Euro | Flexibel anpassbar |
Vorteile digitaler Bilanzerstellung
Digitale Tools bieten zahlreiche Vorteile gegenüber der manuellen Erstellung. Automatische Plausibilitätsprüfungen reduzieren Fehler, während integrierte Bewertungsalgorithmen die korrekte Anwendung von Bilanzierungsregeln sicherstellen. Darüber hinaus ermöglichen Cloud-basierte Lösungen die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Standorten und Personen.
Integration mit bestehenden Systemen
Moderne Bilanzsoftware lässt sich nahtlos in bestehende ERP-Systeme und Buchhaltungsprogramme integrieren. Dadurch können Daten automatisch übernommen werden, was Zeit spart und Übertragungsfehler vermeidet. Schnittstellen zu Banken ermöglichen außerdem den automatischen Import von Kontobewegungen.
Schlussbilanz Auswertung und betriebswirtschaftliche Analyse
Eine fertiggestellte Schlussbilanz ist mehr als nur eine gesetzliche Pflichterfüllung – sie bietet wertvolle Einblicke in die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und bildet die Grundlage für strategische Entscheidungen.
Kennzahlenanalyse
Aus der Schlussbilanz lassen sich wichtige Kennzahlen ableiten, die Aufschluss über die Finanzlage geben:
- Eigenkapitalquote: Eigenkapital / Bilanzsumme × 100
- Verschuldungsgrad: Fremdkapital / Eigenkapital
- Liquiditätsgrade: Verhältnis verschiedener Vermögenspositionen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten
- Anlagendeckung: Eigenkapital / Anlagevermögen
- Working Capital: Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten
Vergleichsanalysen
Der Vergleich mit Vorjahreswerten (Zeitvergleich) und Branchendurchschnitten (Betriebsvergleich) ermöglicht eine fundierte Bewertung der Unternehmensentwicklung. Dabei können Trends erkannt und rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
Risikobewertung
Die Schlussbilanz hilft bei der Identifikation finanzieller Risiken. Eine niedrige Eigenkapitalquote oder hohe kurzfristige Verbindlichkeiten können auf Liquiditätsprobleme hindeuten. Gleichzeitig zeigen hohe Forderungsbestände möglicherweise Probleme im Forderungsmanagement auf.
Häufige Fehler bei der Schlussbilanz und wie Sie diese vermeiden
Bei der Erstellung einer Schlussbilanz können verschiedene Fehler auftreten, die sowohl rechtliche als auch betriebswirtschaftliche Konsequenzen haben können. Die Kenntnis typischer Fehlerquellen hilft dabei, diese zu vermeiden.
Bewertungsfehler
Falsche Bewertungen gehören zu den häufigsten Fehlern. Dazu zählen:
- Überbewertung von Vermögensgegenständen über die Anschaffungskosten hinaus
- Unterlassung notwendiger Abschreibungen bei dauerhafter Wertminderung
- Falsche Anwendung von Bewertungsvereinfachungsverfahren
- Unzureichende Rückstellungsbildung für erkennbare Risiken
Gliederungsfehler
Die korrekte Zuordnung von Bilanzpositionen ist entscheidend für die Aussagekraft der Bilanz. Häufige Gliederungsfehler umfassen die falsche Abgrenzung zwischen Anlage- und Umlaufvermögen oder die unzutreffende Einordnung von Verbindlichkeiten nach Fristigkeit.
Vollständigkeitsfehler
Unvollständige Erfassung von Geschäftsvorfällen führt zu fehlerhaften Bilanzansätzen. Besonders kritisch sind übersehene Verbindlichkeiten oder nicht erfasste Vermögensgegenstände. Eine sorgfältige Inventur und systematische Belegprüfung helfen dabei, Vollständigkeitsfehler zu vermeiden.
Schlussbilanz und Steuererklärung: Zusammenhänge verstehen
Die Schlussbilanz steht in engem Zusammenhang mit der steuerlichen Gewinnermittlung und bildet die Grundlage für verschiedene Steuererklärungen. Das Verständnis dieser Verbindungen ist für eine korrekte steuerliche Behandlung unerlässlich.
Maßgeblichkeitsprinzip
Das Maßgeblichkeitsprinzip besagt, dass die handelsrechtliche Bilanzierung grundsätzlich auch für steuerliche Zwecke maßgebend ist. Allerdings gibt es zahlreiche Durchbrechungen dieses Prinzips durch spezielle steuerrechtliche Vorschriften.
Wichtige steuerliche Abweichungen
- Abschreibungsmethoden: Steuerlich können andere Abschreibungsverfahren gewählt werden
- Rückstellungen: Steuerrechtliche Beschränkungen bei der Rückstellungsbildung
- Bewertungswahlrechte: Unterschiedliche Ausübung in Handels- und Steuerbilanz
- Sonderposten: Steuerliche Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen
Auswirkungen auf die Steuerbelastung
Die Gestaltung der Schlussbilanz hat direkten Einfluss auf die Höhe der Steuerbelastung. Durch legale Gestaltungsmöglichkeiten können Unternehmen ihre Steuerlast optimieren, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen. Dabei ist jedoch stets die langfristige Auswirkung zu berücksichtigen.
Zukunftstrends: Digitalisierung und Automatisierung der Bilanzierung
Die Zukunft der Bilanzerstellung wird maßgeblich von technologischen Entwicklungen geprägt. Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und Blockchain-Technologie eröffnen neue Möglichkeiten für die Automatisierung und Qualitätssicherung, ergänzt durch die E-Rechnungspflicht ab 2025.
Künstliche Intelligenz in der Bilanzierung
KI-basierte Systeme können bereits heute Buchungssätze automatisch generieren, Plausibilitätsprüfungen durchführen und Anomalien erkennen. In Zukunft werden diese Systeme noch intelligenter und können komplexe Bewertungsfragen selbstständig lösen.
Blockchain und Distributed Ledger
Blockchain-Technologie könnte die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Geschäftsvorfällen revolutionieren. Unveränderliche Transaktionsaufzeichnungen würden die Prüfung und Verifizierung von Bilanzpositionen erheblich vereinfachen.
Regulatorische Entwicklungen
Die Digitalisierung führt auch zu neuen regulatorischen Anforderungen. Electronic Reporting Standards und digitale Taxonomien werden zunehmend verpflichtend, was Unternehmen zur Anpassung ihrer Systeme zwingt.
Häufig gestellte Fragen zur Schlussbilanz
Was ist eine Schlussbilanz?
Eine Schlussbilanz ist eine systematische Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) eines Unternehmens zum Ende des Geschäftsjahres. Sie dokumentiert die finanzielle Lage zum Bilanzstichtag und bildet die Grundlage für den Jahresabschluss.
Wie erstelle ich eine Schlussbilanz?
Zur Erstellung einer Schlussbilanz müssen Sie zunächst eine vollständige Inventur durchführen, alle Geschäftsvorfälle buchen, Abschlussbuchungen vornehmen und anschließend die Bilanzpositionen nach handelsrechtlichen Grundsätzen bewerten und gliedern.
Warum ist die Schlussbilanz wichtig?
Die Schlussbilanz ist wichtig, weil sie die finanzielle Lage transparent darstellt, als Grundlage für Unternehmensentscheidungen dient, gesetzliche Anforderungen erfüllt und die Basis für steuerliche Berechnungen bildet.
Wann muss eine Schlussbilanz erstellt werden?
Eine Schlussbilanz muss zum Ende jedes Geschäftsjahres erstellt werden. Die Aufstellungsfristen variieren je nach Rechtsform und Unternehmensgröße zwischen drei und sechs Monaten nach dem Bilanzstichtag; die Offenlegung ist innerhalb von 12 Monaten erforderlich.
Welche Software hilft bei der Bilanzerstellung?
Zur Bilanzerstellung eignen sich verschiedene Softwarelösungen wie DATEV, Lexware, sevDesk oder Sage. Auch Excel-Vorlagen können für kleinere Unternehmen ausreichend sein. Die Wahl hängt von Unternehmensgröße und Komplexität ab.
Was kostet die Erstellung einer Schlussbilanz?
Die Kosten variieren stark je nach Unternehmensgröße und gewähltem Verfahren. Bei Eigenbearbeitung mit Software entstehen monatliche Kosten von 15-50 Euro. Externe Dienstleister berechnen je nach Komplexität zwischen 500-5000 Euro.
Welche rechtlichen Vorgaben gibt es für Schlussbilanzen?
Rechtliche Vorgaben ergeben sich hauptsächlich aus dem HGB, ergänzt durch IFRS für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Zusätzlich gelten steuerrechtliche Vorschriften und branchenspezifische Regelungen.
Kann ich eine Schlussbilanz selbst erstellen?
Ja, mit entsprechenden Kenntnissen und geeigneter Software können Sie eine Schlussbilanz selbst erstellen. Bei komplexeren Sachverhalten oder größeren Unternehmen ist jedoch professionelle Unterstützung empfehlenswert.
Fazit: Die Schlussbilanz als Fundament erfolgreicher Unternehmensführung
Die Schlussbilanz stellt weit mehr dar als eine reine Pflichterfüllung – sie bildet das Fundament für eine erfolgreiche Unternehmensführung und strategische Entscheidungsfindung. Durch die systematische Erfassung und Bewertung aller Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten erhalten Unternehmer einen klaren Überblick über ihre finanzielle Situation.
Die korrekte Erstellung einer Schlussbilanz erfordert zwar Fachkenntnisse und Sorgfalt, jedoch stehen heute moderne digitale Tools zur Verfügung, die den Prozess erheblich vereinfachen. Gleichzeitig ist es wichtig, die rechtlichen Vorgaben zu beachten und sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
Für das Jahr 2025 und darüber hinaus wird die Digitalisierung der Bilanzierung weiter voranschreiten. Unternehmen, die frühzeitig auf moderne Softwarelösungen setzen und ihre Prozesse optimieren, werden dabei einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erlangen. Darüber hinaus ermöglicht eine professionell erstellte Schlussbilanz nicht nur die Erfüllung gesetzlicher Pflichten, sondern auch wertvolle Einblicke für die Unternehmenssteuerung und -entwicklung.
Nutzen Sie die in diesem Artikel vorgestellten Methoden und Tools, um Ihre Bilanzierungsprozesse zu optimieren und dabei sowohl Zeit als auch Kosten zu sparen. Eine gut strukturierte Herangehensweise in Kombination mit den richtigen technischen Hilfsmitteln macht die Erstellung einer Schlussbilanz zu einem handhabbaren und wertvollen Instrument der Unternehmensführung.
Quellenverzeichnis
- Schlussbilanz: Das müssen Sie beachten
- E-Rechnung 2025 in Deutschland: Ihr Leitfaden zur neuen Pflicht
- BfJ – Offenlegungspflichten
- Neuerungen nationaler Rechnungslegung 2024/2025
- Verspätete Offenlegung der Jahresabschlüsse bis zum 1. April 2025 sanktionsfrei
- GmbH Jahresabschluss Veröffentlichung ► Pflichten & Fristen 2025
